Teekanne für grünen Tee im Vergleich: kleine Kyusu mit kräftigem Aufguss neben großer Glaskanne mit blassem Tee bei gleicher Blattmenge
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Teekanne für Grüntee: Kyusu, Glas oder Gusseisen?

1. Einführung: Die richtige Teekanne für grünen Tee

Ich gebe es zu: Die schönste Teekanne in unserem Regal ist nicht die, die wir am häufigsten benutzen. Die steht weiter vorn, ist klein, unscheinbar und hat einen Griff an der Seite. Für grünen Tee zählt weniger, wie eine Kanne aussieht. Es zählt, wie viel Wasser hineinpasst, wie fein ihr Sieb ist und wie sauber sie den Aufguss bis zum letzten Tropfen abgibt.

Auf einen Blick:

  • Größe: Unsere Empfehlung für hochwertigen grünen Tee sind 5–7 g Blatt, also zwei Teelöffel, auf rund 160 ml Wasser. Eine Kanne mit 150–250 ml passt dazu, eine Literkanne bräuchte rund 30–45 g Blatt.
  • Aufgüsse: In einer Untersuchung japanischer Handelstees kamen die meisten Aminosäuren mit dem ersten und zweiten Aufguss in die Tasse (Unno et al. 2025). Die Kanne sollte sich deshalb vollständig ausgießen lassen.
  • Glasur: Glasuren und Dekore von Keramik können Blei und Cadmium abgeben. Die vom Bundesinstitut abgeleiteten duldbaren Mengen lagen bis zu 70-fach (Cadmium) und 400-fach (Blei) unter den Grenzwerten der damals gültigen EU-Keramikrichtlinie (BfR).
  • Aluminium: Es kommt über das Blatt in den Tee, nicht über die Kanne. Junge Blätter enthielten typischerweise 250–660 µg/g, alte 4.300–10.400 µg/g (Yang et al. 2022).

Eine Teekanne für Grüntee ist ein kleines Gefäß mit 150 bis 250 ml Inhalt, einem feinen Sieb vor dem Ausguss und einem Material, das keinen Eigengeschmack abgibt. Der Klassiker ist die japanische Kyusu aus Ton mit Seitengriff. Porzellan und Glas eignen sich ebenso, wenn Sieb und Größe stimmen.

Es gibt einen Grund, warum du nach einer Teekanne für grünen Tee suchst. Vermutlich schmeckt dein Tee nicht so, wie du es dir wünschst, oder du willst endlich von Beutel und Teefilter weg. Die Kanne ist dabei das Werkzeug, die Grüntee-Zubereitung ist das Handwerk. Wie Temperatur, Blattmenge und Ziehzeit zusammenspielen, liest du in unseren Grundlagen zur Zubereitung von grünem Tee. Hier geht es um das Gefäß selbst.

2. Teekannen für grünen Tee im Schnellüberblick

Das Angebot an Teezubehör ist riesig: Ton, Keramik, Porzellan, Glas, Gusseisen, Edelstahl. Ob du eine schlichte Grünteekanne oder ein ganzes Set suchst, die Grundfragen bleiben gleich. Die Tabelle ordnet die gängigen Teekannen nach dem, was für grünen Tee wirklich zählt.

MaterialStärkeSchwächePasst zu
Ton (Kyusu)klein, feines Sieb, tropffrei ausgießbarnicht spülmaschinenfest, nur für eine TeesorteSencha, Gyokuro, Kabusecha
Porzellangeschmacksneutral, leicht zu reinigenGlasur und Dekor prüfenalle Grünteesorten
Glasdu siehst Blatt und FarbeSieb oft zu grob, Kanne oft zu großBüro, Einsteiger
Gusseisenhält lange warmhält zu lange warm, schwer, innen beschichtetWasser erhitzen (Tetsubin)
Edelstahl/ThermorobustTee zieht im Warmen weiterabgegossenen Tee warm halten

Kurz zusammengefasst: Die beste Teekanne für grünen Tee ist klein, hat ein feines Sieb und lässt sich restlos ausgießen. Das Material entscheidet vor allem über Pflege, Wärme und Glasur. Ton, Porzellan und Glas funktionieren, Gusseisen und Thermokannen eher zum Erhitzen und Warmhalten.

3. Kyusu: die japanische Teekanne im Detail

In Japan wird grüner Tee seit Generationen in der Kyusu aufgebrüht. Die Vorbilder der Kyusu stammen aus China, wo kleine Tonkännchen für losen Tee schon lange Tradition haben. Die japanische Form wurde dagegen ganz auf Sencha und Gyokuro zugeschnitten und ist ideal zur Zubereitung von kleinen, konzentrierten Aufgüssen, die man nacheinander aus demselben Blatt trinkt.

3.1 Seitengriff, Sieb und Ausguss

Typisch ist der hohle Seitengriff, auf Japanisch yokode. Er wird im rechten Winkel zum Ausguss angesetzt. So gießt du mit einer Drehung aus dem Handgelenk und kannst die Kanne dabei mit dem Daumen auf dem Deckel halten. Daneben gibt es Kannen mit Griff hinten (ushirode) und mit Bügelhenkel oben (uwade, in größerer Form auch Dobin genannt).

Das Herz der Kanne ist das Sieb an der Innenseite des Ausgusses, denn es entscheidet darüber, ob der Aufguss klar in die Schale läuft oder ob Blattstücke mitkommen und den letzten Schluck trüben. Bei vielen Kyusus wird das Sieb aus Keramik direkt in die Wand gestochen, Loch für Loch und oft von Hand. Andere arbeiten mit einem feinen Edelstahlsieb, das wie ein Netz innen am Ausguss sitzt. Ein Sieb gut zu bauen, ist bei einer Teekanne mit Sieb die eigentliche Kunst. Es soll die nassen Teeblätter zurückhalten, ohne zu verstopfen, und zugleich so viele Öffnungen haben, dass der Tee zügig und bis zum letzten Tropfen aus der Kanne fließen kann.

Ein feiner grüner Tee mit kurzen Nadeln, etwa ein tief gedämpfter Fukamushi, braucht ein besonders feines Netz. Ein Keramiksieb mit groben Löchern lässt dort Blattstaub durch. Für einen klassischen Sencha mit länglichen Nadeln, wie er in Japan am häufigsten getrunken wird, reicht dagegen ein gut gearbeitetes Keramiksieb völlig aus.

Anatomie einer Kyusu von oben: Deckel, Sieb vor dem Ausguss, Ausguss und Seitengriff im rechten Winkel, Inhalt 150 bis 250 ml
Die Kyusu von oben: Das Sieb sitzt direkt vor dem Ausguss, der Seitengriff steht im rechten Winkel dazu. Für eine Person passen 150–250 ml. Darstellung nach Performience-Praxis.

3.2 Tokoname und Banko: Teekannen aus Ton

Zwei Namen begegnen dir bei der Suche nach einer japanischen Teekanne immer wieder. Tokoname liegt in der Präfektur Aichi und ist für rotbraunen Ton bekannt. Banko-Ware kommt aus der Gegend um Yokkaichi in Mie und ist oft dunkler gebrannt. Beide Kyusus werden häufig handgefertigt und bleiben innen meist unglasiert, damit der Ton direkt mit dem Tee in Kontakt kommt.

Unglasierter Ton ist leicht porös. Er nimmt mit der Zeit etwas vom Aroma auf, ähnlich wie eine gut eingebrannte gusseiserne Pfanne. Deshalb gilt in der japanischen Tee-Tradition die Faustregel: eine Teekanne aus Ton für eine Teesorte. Teekannen aus Ton sind damit echte Spezialisten. Wer regelmäßig zwischen Sencha, Oolong und Kräutertee wechselt, nimmt für die anderen Sorten besser eine glasierte Kanne aus Porzellan oder Keramik, damit sich die Aromen nicht vermischen.

3.3 Aus der Praxis: unsere Kanne

In über 250 verkosteten Grüntees hat sich für uns eine Banko-Kyusu als Alltagskanne bewährt. Mit genau dieser Kanne wurden auch die Lektionen unseres Grüntee-Seminars gedreht, vom ersten Aufguss bis zum Reinigen. In unserer Kyusu mit rund 160 ml kommt ab dem zweiten Aufguss spürbar weniger Tee heraus, weil die Blätter Wasser aufsaugen und Platz einnehmen.

Das ist kein Fehler der Kanne.

Ein Teil der gelösten Inhaltsstoffe steckt dann im nassen Blatt und kommt mit dem nächsten Aufguss heraus. Eine kleine Kanne macht diesen Kreislauf sichtbar, während er in einer großen Kanne buchstäblich verwässert wird.

4. Das richtige Volumen: Warum die Kanne zur Blattmenge passen sollte

Die meisten Kaufratgeber reden über Material und Optik. Unsere Position: Die Größe der Kanne ist zuerst eine Frage der Dosis. Für einen hochwertigen Sencha empfehlen wir 5–7 g Blatt auf rund 160 ml Wasser bei etwa 60 °C. Traditionell japanisch sind es sogar 7–10 g auf 60–100 ml, das ist für Ungewohnte aber sehr intensiv.

Jetzt rechne das auf eine typische Glaskanne mit einem Liter hoch. Für dieselbe Konzentration bräuchtest du rund 30–45 g Teeblätter, also fast eine halbe Packung mit 100 g für einen einzigen Aufguss. Das macht kaum jemand. Also landen meist nur zwei Teelöffel in einem ganzen Liter Wasser, der Tee schmeckt dünn und flach, und am Ende wird oft die Teesorte verdächtigt, obwohl eigentlich die Kanne zu groß war.

Das ist wie bei einer Brühe: Ein Brühwürfel in einem Topf voller Wasser schmeckt nach nichts, derselbe Würfel in einer Tasse nach Suppe. Schon eine Kanne mit 500 ml bräuchte 16–22 g Blatt.

Blattmenge, die eine Kanne für dieselbe Konzentration braucht: Kyusu 160 ml 5 bis 7 g, Kanne 500 ml 16 bis 22 g, Literkanne 30 bis 45 g
Hochgerechnet aus unserer Empfehlung von 5–7 g Blatt auf rund 160 ml: Je größer die Kanne, desto mehr Blatt braucht sie für dieselbe Konzentration. Teesorte, Blattschnitt und Geschmack verschieben die Menge.

Aber Vorsicht: Mehr Wasser holt nicht einfach mehr Gutes heraus. Wird viel Wasser auf wenig Blatt aufgegossen, kommen anteilig mehr Koffein und herbe Catechine in die Kanne als die süßen Aminosäuren. Die Aminosäuren, darunter L-Theanin, lösen sich schnell und früh. Eine Studie an acht Sorten japanischer Handelstees hält dazu fest: „Die meisten Aminosäuren wurden mit der ersten und zweiten Tasse herausgelöst“ (Unno et al. 2025). Im englischen Original steht: „most of the amino acids were eluted by the first and second cups“. Untersucht wurde Handelsware, keine Spitzenqualität; bei aminosäurereichem Premium-Tee liegt die Menge eher höher, die Reihenfolge bleibt.

Für die Kanne heißt das: Die Kanne sollte so groß sein, dass zwei, höchstens drei Aufgüsse aus einem Blatt gut trinkbar bleiben. Für eine Person sind 150–250 ml ideal. Wer zu zweit trinkt, nimmt eher eine zweite Kanne als eine doppelt so große. Für Gyokuro, den wir bei rund 50 °C aufgießen, darf es noch kleiner sein. In Japan wird er aus Schalen mit 30–50 ml getrunken, mehr dazu in unserem Beitrag zu Gyokuro und seiner Zubereitung.

Kleine Kanne, mehr Geschmack.

Deine Kyusu für den täglichen grünen Tee

  • Japanische Banko-Kyusu mit Seitengriff, handgefertigt in Japan
  • Klein genug für 5–7 g Blatt und kräftige Aufgüsse
  • Dieselbe Kanne, mit der unsere Seminar-Lektionen gedreht wurden
  • In Göttingen persönlich geprüft und von Hand abgepackt, kein Dropshipping

5. Porzellan, Glas, Gusseisen und Edelstahl im Detail

5.1 Porzellan und glasierte Keramik

Porzellan ist dicht, glatt und geschmacksneutral; viele kennen es vom klassischen Teeservice. Weil es kein Aroma aufnimmt, können darin verschiedene Teesorten nacheinander aufgebrüht werden. Viele japanische Kyusus gibt es auch innen glasiert, sie verbinden die praktische Form mit der leichten Pflege. Achte bei glasierter Keramik auf seriöse Herkunft und darauf, dass die Kanne für Lebensmittel bestimmt ist.

5.2 Glaskanne mit Teesieb

Eine Glaskanne aus Borosilikatglas verträgt heißes Wasser und Temperaturwechsel. Du siehst, wie sich die Blätter öffnen und wie der Aufguss klar und ungetrübt grün wird. Das Problem liegt selten im Glas, sondern im Zubehör. Viele Glaskannen fassen 1 bis 1,5 Liter und werden mit einem Edelstahl-Teesieb geliefert, dessen Löcher für feine japanische Nadeln oft zu grob sind. Wähle lieber eine kleine Kanne mit 300 bis 350 ml und feinem Einsatz. Mit losem Tee eingefüllt, sollen die Blätter darin Platz zum Aufgehen haben.

5.3 Gusseisen: Tetsubin und Teekanne aus Gusseisen

Hier gibt es oft ein Missverständnis. Der klassische Tetsubin ist ein Teekessel, kein Gefäß zum Aufbrühen. Darin wird Wasser über dem Feuer erhitzt; das typische Noppenmuster heißt Arare. Die asiatische Teekanne aus Gusseisen, die heute im Handel steht, ist dagegen meist innen beschichtet oder emailliert und hat ein Sieb aus Edelstahl.

Für grünen Tee hat Gusseisen einen Nachteil, der auf den ersten Blick wie ein Vorteil aussieht: Es speichert Wärme sehr lange. Das ist für Wasser praktisch, für einen Sencha, der bei rund 60 °C aufgegossen werden soll, aber ungünstig. Der Tee kühlt in der schweren Kanne kaum ab und zieht im heißen Eisen weiter, sodass er mit jeder Minute herber wird, selbst wenn du mit der richtigen Temperatur begonnen hast. Wenn du einen Tetsubin nutzt, koche darin das Wasser und lass es danach in einer Schale abkühlen, bevor es auf die Blätter kommt. Mit sprudelnd heißem Wasser direkt aus dem Kessel solltest du grünen Tee nie aufgießen.

5.4 Edelstahl, Thermokanne und Teebecher

Edelstahl ist robust und geschmacksneutral. Als Sieb wird er oft dort eingesetzt, wo Keramik an ihre Grenzen kommt. Als Kanne zum Ziehenlassen eignet er sich nur, wenn du die Blätter rechtzeitig entfernst. In einer Thermokanne mit Siebeinsatz sitzt das Blatt sonst stundenlang im warmen Wasser. Der Tee schmeckt dann wie zerkocht. Ein Teebecher mit Sieb kann im Büro gut funktionieren, wenn das Sieb nach der Ziehzeit herausgenommen wird.

Ein guter Kompromiss: Brühe in der kleinen Kanne auf und gieß den fertigen Aufguss in eine Thermokanne um. So bleibt er warm, ohne weiterzuziehen.

6. Welche Teekanne eignet sich gesundheitlich am besten?

Du fragst dich jetzt vielleicht: Gibt es Materialien, die etwas an den Tee abgeben? Die Antwort hat zwei Teile. Erstens das Gefäß. Zweitens das Blatt, das du hineingibst.

6.1 Glasuren und Dekore: Blei und Cadmium

Glasierte Keramik ist nicht automatisch unbedenklich. Glasuren und Dekore können Schwermetalle wie Blei und Cadmium enthalten, die unter bestimmten Bedingungen aus der Oberfläche gelöst werden. Wie viel davon in Lebensmittel übergeht, hängt laut BfR unter anderem von der Glasur, der Brenntemperatur, dem Lebensmittel und der Dauer des Kontakts ab. Das Institut hat daraus eine klare Haltung abgeleitet. Aus seiner Sicht „sollten Produkte des täglichen Bedarfs wie Geschirr jedoch nicht zur Schwermetallaufnahme von Verbraucherinnen und Verbrauchern beitragen“ (BfR).

Für eine Teekanne aus dem Fachhandel ist das kein Grund zur Sorge. Heikel sind vor allem bunte Glasuren unbekannter Herkunft, etwa Mitbringsel aus dem Urlaub, deren Zusammensetzung niemand kennt und die nie für den täglichen Gebrauch mit heißen Getränken geprüft wurden. Die Verbraucherzentrale formuliert es deutlich: „Wir raten bei fehlenden Informationen zur Glasur von der Verwendung in der Küche ab“ (Verbraucherzentrale). Beim Kauf kannst du nach einer Konformitätserklärung fragen, die der Handel bereithalten muss. Unglasierter Ton und Glas umgehen die Glasurfrage ganz.

6.2 Kunststoff und Aluminium

Kannen aus Kunststoff und unbeschichtetem Aluminium würden wir nicht nehmen. Dafür gibt es mit Ton, Porzellan, Glas und Edelstahl genug bewährte Materialien, die seit Langem für heiße Getränke verwendet werden. Interessanter ist eine andere Frage, denn Aluminium steckt schon im Tee selbst.

Aluminium wird von der Teepflanze aus dem Boden aufgenommen und vor allem in alten Blättern eingelagert. In einer Studie mit vier Kultivaren lagen junge Blätter typischerweise bei 250–660 µg/g, alte Blätter bei 4.300–10.400 µg/g (Yang et al. 2022). Gemessen wurde an Teepflanzen auf Hawaii; je nach Kultivar, Boden und Jahreszeit schwanken die Werte. Die Richtung ist aber eindeutig: Hochwertiger Tee aus erster Ernte wird aus jungen Trieben gemacht.

Pass auf: Die beste Kanne nützt wenig, wenn grober Tee aus alten Blättern hineinkommt. Das Blatt entscheidet mehr als das Gefäß. Welche Teekanne grüner Tee braucht, ist darum nur die halbe Frage; Ernte und Herstellungsprozess zählen genauso. Und noch ein Tipp nebenbei: Zitronensaft im Tee löst mehr aus Blatt und Glasur, deshalb trinken wir grünen Tee pur.

7. Direkter Vergleich: Welche Kanne für welchen Tee?

  • Gyokuro: kleine Kyusu oder Houhin, ein Kännchen ohne Griff, für wenig Wasser bei rund 50 °C.
  • Sencha und Kabusecha: Kyusu mit 150–250 ml, aus Ton oder Porzellan.
  • Fukamushi: Kanne mit sehr feinem Edelstahlsieb, damit der Blattstaub zurückbleibt.
  • Büro und unterwegs: kleines Glas oder Teebecher mit feinem Sieb, das du rechtzeitig herausnimmst.
  • Matcha: keine Kanne, sondern Schale und Besen; so wird er auch in der Teezeremonie zubereitet.

7.1 So bereitest du grünen Tee in der Kyusu zu

Die Kanne zeigt ihre Stärken erst bei der richtigen Zubereitung von Grüntee. So machen wir es mit einem Sencha:

  1. Vorwärmen: Gieß etwas heißes Wasser in Kanne und Teeschalen und schütte es wieder aus.
  2. Blatt einfüllen: Gib 5–7 g Sencha in die Kanne, das sind zwei Teelöffel.
  3. Aufgießen: Gieß rund 160 ml Wasser mit etwa 60 °C auf, Deckel drauf.
  4. Ziehen lassen: Die Ziehzeit liegt im ersten Aufguss bei etwa einer Minute.
  5. Restlos ausgießen: Gieß bis zum letzten Tropfen in die Teeschale, verteilt auf mehrere Schalen im Wechsel.
  6. Nächster Aufguss: Der zweite Aufguss braucht nur etwa ein Drittel der Zeit, weil die Blätter offen sind. Höchstens drei Aufgüsse aus einem Blatt.

Warum vorwärmen? Ein Tee mit 55 °C ist in einer kalten Schale binnen einer Minute unter 45 °C. Dann steigt kaum noch Duft auf, und ein Teil dessen, was einen guten Sencha ausmacht, ist schon verflogen, bevor der erste Schluck überhaupt getrunken wird. Und warum restlos ausgießen? Bleibt Wasser in der Kanne, zieht es weiter und wird bitter. Das schmeckst du beim Aufguss danach sofort.

Sechs Schritte zur Zubereitung von grünem Tee in der Kyusu
Sencha in der Kyusu nach Performience-Praxis: vorwärmen, 5–7 g Blatt, rund 160 ml bei etwa 60 °C, eine Minute ziehen lassen, restlos ausgießen. Der zweite Aufguss braucht etwa ein Drittel der Zeit.

Ein schöner Nebeneffekt der Kyusu: Nach dem ersten Aufguss kannst du den Deckel anheben und am nassen, warmen Blatt riechen. Das ist die beste Duftquelle, so prüfen auch Verkoster. Wie du deine Nase dafür schulst, zeigt unser Beitrag zum Tee-Tasting zu Hause.

8. Pflege: Spülmittel, Spülmaschine und Patina

Eine Kyusu aus unglasiertem Ton wird nur mit heißem Wasser ausgespült, ohne Spülmittel. Der poröse Ton würde den Geschmack des Spülmittels aufnehmen. Danach wird die Kanne mit offenem Deckel an der Luft getrocknet, am besten kopfüber auf einem Tuch, damit sich im Inneren keine Feuchtigkeit staut und kein muffiger Geruch entsteht. Feuchte Blattreste im Sieb können mit einem weichen Pinsel entfernt werden. Mit der Zeit bildet sich eine feine Patina, die zur Kanne gehört.

Porzellan und Glas sind unkomplizierter. Viele Modelle sind spülmaschinenfest, ein Blick in die Herstellerangaben lohnt sich trotzdem. Ein Tee Set aus Kyusu und Teeschalen ist dagegen nichts für die Spülmaschine, wenn es aus Ton besteht. Gerade handgefertigte Stücke halten bei guter Pflege viele Jahre.

9. Fazit: Klein, fein gesiebt und restlos ausgießbar

Die richtige Teekanne für grünen Tee ist kein Luxusobjekt, sondern ein Werkzeug für die Dosis, das dir jeden Tag hilft, genug Blatt auf wenig Wasser zu bringen. Eine kleine Kanne mit 150–250 ml macht es leicht, 5–7 g Blatt auf rund 160 ml zu verwenden und mehrere kräftige Aufgüsse zu trinken. Ein feines Sieb hält die Blätter zurück, ein guter Ausguss gibt den Tee restlos ab.

Beim Material hast du die Wahl. Ton für Kenner, Porzellan für Vielseitige, Glas für alle, die zusehen wollen. Gusseisen bleibt der Teekessel, nicht die Teekanne. Und bei Glasuren unbekannter Herkunft greifst du lieber zu einer anderen Kanne.

Am Ende sitzt du vor deiner kleinen Kyusu und hebst nach dem ersten Aufguss den Deckel. Aus dem nassen Blatt steigt der Duft von frisch gemähter Wiese und jungen Zuckerschoten. In der vorgewärmten Schale liegt der Tee klar und hellgrün, der erste Schluck ist saftig und rund. Danach bleibt eine leise Süße am Gaumen, und das Blatt wartet schon auf den zweiten Aufguss.

10. Anhang: Checkliste für deine Teekanne für grünen Tee

  • Volumen zwischen 150 und 250 ml für eine Person
  • Feines Sieb direkt vor dem Ausguss, bei Fukamushi aus Edelstahl
  • Ausguss, der tropffrei und restlos ausgießt
  • Material: unglasierter Ton, Porzellan oder Glas
  • Bei Glasur: seriöse Herkunft, für Lebensmittel bestimmt
  • Kanne und Schalen vor dem Aufguss vorwärmen
  • Sencha bei rund 60 °C, Gyokuro bei rund 50 °C
  • Tonkanne ohne Spülmittel reinigen und an der Luft trocknen

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Häufige Fragen zur Teekanne für grünen Tee

Für grünen Tee eignet sich eine kleine Kanne mit 150–250 ml, feinem Sieb und sauberem Ausguss am besten. Der Klassiker ist die japanische Kyusu aus Ton mit Seitengriff. Porzellan und Glas funktionieren ebenso gut, wenn Größe und Sieb stimmen.

Unglasierter Ton, Glas, Porzellan aus seriöser Herkunft und Edelstahl gelten als unproblematisch. Bei bunter Keramik unbekannter Herkunft können Glasuren Blei und Cadmium abgeben. Kannen aus Kunststoff und unbeschichtetem Aluminium würden wir nicht verwenden.

Für eine Person reichen 150–250 ml. Wir empfehlen 5–7 g Blatt auf rund 160 ml Wasser. Eine Literkanne bräuchte für dieselbe Konzentration rund 30–45 g Blatt, deshalb schmeckt der Tee aus großen Kannen oft dünn.

Das geht, ist aber nicht ideal. Gusseisen hält die Wärme sehr lange, der Tee zieht weiter und wird herber. Der traditionelle Tetsubin ist ein Teekessel zum Erhitzen von Wasser, das du danach abkühlen lässt.

Ein Sencha zieht bei etwa 60 °C im ersten Aufguss rund eine Minute. Der zweite Aufguss braucht nur etwa ein Drittel der Zeit, weil die Blätter schon offen sind. Gieß jeden Aufguss restlos aus der Kanne.

Eine Kyusu aus unglasiertem Ton gehört nicht in die Spülmaschine und wird ohne Spülmittel nur mit heißem Wasser ausgespült. Danach lässt du sie mit offenem Deckel an der Luft trocknen. Porzellan- und Glaskannen sind oft spülmaschinenfest.

Nein, Matcha wird nicht in der Kanne aufgegossen. Du schlägst das Pulver in einer Schale mit einem Bambusbesen auf, so wie in der japanischen Teezeremonie.

  • Über den Autor

    Simon Dieckmann ist Experte für grünen Tee und Gründer von Performience. Nach einer schweren Erkrankung durch Dysbiose studierte er über zehn Jahre lang tausende wissenschaftliche Studien zu grünem Tee, Darmgesundheit und natürlicher Leistungssteigerung. Mit seinem M.Sc. in Forstwissenschaften und Waldökologie (Universität Göttingen) verfügt er über ein tiefes Verständnis für die Einflussfaktoren auf Qualität und Inhaltsstoffe von grünem Tee. Seine fünfjährige Expertise u. a. in einem der besten Teegeschäfte Deutschlands macht ihn zum Spezialisten für Auswahl, Bewertung und traditionelle Zubereitung von hochwertigem grünem Tee aus Japan.
    Simon Dieckmann
    Grünteeexperte und CEO Performience

Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information rund um grünen Tee und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die genannten Zusammenhänge beruhen auf wissenschaftlichen Studien, stellen aber keine Heilversprechen dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Koffein-Empfindlichkeit sprich bitte mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

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