Grünen Tee kaufen: aufgeschnittene Teepackung mit dunklen Teenadeln und nummerierten Prüfpunkten auf dem Etikett
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Grünen Tee online kaufen: woran du echte Qualität erkennst

1. Einführung: Grüner Tee kaufen, aber welcher?

Eine unbequeme Wahrheit vorweg: Auf den meisten Packungen grüner Tees steht fast nichts, was über die Qualität entscheidet. Du liest „mild“, „fein“ oder „Premium“. Was fehlt, sind Ernte, Kultivar und Herkunft, also genau die drei Angaben, die erklären, was in deiner Tasse ankommt.

Auf einen Blick:

  • Erste Ernte zählt: In Triebproben verschiedener japanischer Kultivare lag L-Theanin in der ersten Ernte bei rund 620 bis 3.070 mg pro 100 g, in der Herbsternte bei rund 200 bis 1.500 mg (Ikeda et al. 1993). Die Gyokuro-Kultivare unseres Partnerbetriebs liegen je nach Kultivar bei 1.740 bis 3.100 mg pro 100 g (eine Charge).
  • Preis folgt dem Inhalt, aber nicht immer: Bei 61 Sencha-Rohtees aus dem japanischen Teehandel hing der Aminosäuregehalt in allen Preisklassen mit dem Preis zusammen (Mukai et al. 1992).
  • Junge Blätter, weniger Aluminium: Junge Teeblätter enthalten typischerweise 250 bis 660 µg Aluminium pro Gramm, alte Blätter 4.300 bis 10.400 µg (Yang et al. 2022).
  • Bio prüfen: Neben dem EU-Bio-Logo müssen die Codenummer der Kontrollstelle und der Ort der Erzeugung stehen, bei Tee aus Japan „Nicht-EU-Landwirtschaft“ (EU-Öko-Verordnung).

Grünen Tee kaufen ist vor allem eine Frage der Angaben. Hochwertiger grüner Tee ist loser, unaromatisierter Blatttee aus der ersten Ernte, bei dem der Händler Herkunft, Kultivar, Erntezeit und Bio-Anbau nennt. Das trockene Blatt besteht aus dunklen, glänzenden, feinen Nadeln. Wer diese Angaben offenlegt, macht Qualität schon vor dem Kauf überprüfbar.

Die Auswahl ist riesig, denn ein einziger Online Shop führt oft Hunderte Teesorten, und dazu kommen noch Supermarkt, Drogerie und der Teeladen um die Ecke mit ihren eigenen Regalen. Diese große Auswahl hilft dir aber nur, wenn du weißt, worauf du schaust. Genau dafür ist dieser Ratgeber da. Wer tiefer in das Thema Rückstände einsteigen will, findet in unserem Ratgeber zu grünem Tee ohne Schadstoffe die passenden Prüffragen.

Wir vergleichen hier Tees aus China und Japan, losen Tee und Beutel, Bio und konventionell. Und wir zeigen dir, welche sechs Angaben eine gute Packung tragen sollte.

2. Grünen Tee kaufen: das Angebot im Schnellüberblick

Alle grünen Tees stammen von derselben Teepflanze, Camellia sinensis. Auch schwarzer und weiße Tees kommen von ihr. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung: Grüner Tee wird direkt nach der Ernte erhitzt und damit nicht oxidiert, umgangssprachlich also nicht fermentiert. Bei schwarzem Tee lässt man die Blätter dagegen bewusst oxidieren.

Im Regal und im Online Shop begegnen dir vier Gruppen. Sie unterscheiden sich weniger im Preis als darin, wie viel du vor dem Kauf über das Teeblatt erfährst.

AngebotWas du siehstWas du erfährstWorauf du achtest
Teebeutelnichts, das Blatt liegt im Beutelmeist nur Sorte und LandHerkunft, Ernte, Bio-Code
Aromatisierter TeeBlatt mit Fruchtstücken oder Blütenvor allem das Aromaob Aroma oder Teeblatt im Vordergrund steht
Loser Tee aus Chinagerollte, gedrehte oder flache BlätterRegion, oft der Name des TeesErntezeit, Frische, Kontrollstelle
Loser Tee aus Japannadelförmige, dunkelgrüne BlätterRegion, Sorte, im besten Fall Kultivarerste Ernte, Kultivar, Beschattung

Beim Beutel fehlt dir das wichtigste Prüfwerkzeug: dein Blick aufs Blatt. Ein Beutel ist wie ein Buch mit zugeklebtem Umschlag. Du kaufst den Titel, nicht den Inhalt. Beim losen Tee siehst und riechst du dagegen sofort, was du bekommst.

Aromatisierte Tees sind ein eigenes Getränk. Ein grüner Tee mit Mango, Zitrone oder Jasmin kann gut schmecken, das Aroma überdeckt aber den Charakter des Teeblatts. Wie hochwertig der Tee darunter ist, lässt sich dann kaum noch schmecken.

3. Grüner Tee aus Japan im Detail

Bei der Herstellung von grünem Tee in Japan wird fast immer gedämpft. Die frisch gepflückten Teeblätter kommen dafür für einige Sekunden in heißem Wasserdampf, der die Enzyme stoppt. Danach werden sie gerollt, geformt und getrocknet. Das Dämpfen erhält die frische Farbe und die grünen, umamireichen Aromen, für die japanischer Tee bekannt ist.

3.1 Japanische Teesorten von Sencha bis Matcha

Die meisten Sorten von grünem Tee aus Japan unterscheiden sich vor allem durch Licht und Erntezeit:

  • Sencha: der Alltagstee Japans, in voller Sonne angebaut, frisch, grasig und leicht herb. Ein Sencha Tee aus erster Ernte ist ein sehr guter Begleiter über den Tag.
  • Kabusecha: etwa 7 bis 15 Tage beschattet, milder und runder als Sencha.
  • Gyokuro: mindestens 20 Tage beschattet, tiefgrün, süß, mit intensivem Umami.
  • Matcha: aus beschattetem Tencha gemahlen. Matcha Tee Pulver wird nicht aufgegossen, sondern aufgeschlagen, du trinkst das ganze Blatt.
  • Bancha, Genmaicha, Hojicha: Bancha stammt aus späteren Ernten mit älteren Blättern, Genmaicha ist Tee mit geröstetem Reis, Hojicha ist geröstet und schmeckt nussig.

Bancha und Hojicha sind beliebt, weil sie günstig und unkompliziert sind. Für ihren Charakter steht aber ein anderes Ausgangsmaterial: ältere Blätter mit weniger Aminosäuren bzw. ein Röstprozess, der das L-Theanin weitgehend abbaut. Wer wegen der Inhaltsstoffe zu grünem Tee greift, ist mit Sencha, Kabusecha, Gyokuro oder Matcha aus erster Ernte besser beraten.

3.2 Regionen: Shizuoka, Kagoshima, Uji

Die größte Teeregion Japans ist Shizuoka am Fuß des Fuji. Im Süden liegt Kagoshima, wo die Ernte früher im Jahr beginnt. Uji bei Kyoto und Yame auf Kyushu sind für ihre Schattentees bekannt. Diese Namen sind gute Signale. Eine Garantie sind sie nicht.

Es ist wie beim Wein. Die Region auf dem Etikett sagt dir zwar, wo der Tee angebaut wurde, doch wie gut er wirklich ist, entscheiden der Teebauer, die Rebsorte, beim Tee also das Kultivar, und der Jahrgang.

3.3 Kultivar: die Angabe, die fast immer fehlt

Ein Kultivar ist eine gezüchtete Sorte der Teepflanze, vergleichbar mit Riesling oder Spätburgunder. Das verbreitetste japanische Kultivar ist Yabukita, ein robuster Allrounder. Daneben gibt es Kultivare wie Saemidori, Okuyutaka oder Asahi, die für aminosäurereiche Schattentees gezüchtet oder ausgewählt wurden.

Wie viel das Kultivar ausmacht, zeigen die Analysewerte eines unserer Partnerbetriebe. Bei gleichem Anbau lagen sieben Gyokuro-Kultivare zwischen 1.740 und 3.100 mg L-Theanin pro 100 g Blatt, also fast beim Doppelten (eine Charge). Asahi lag bei 3.100, Saemidori bei 2.750, Yabukita bei 2.260 mg. Schon das Kultivar verschiebt den Gehalt also deutlich, bevor Beschattung und Ernte dazukommen.

Aus der Praxis: Für unser Sortiment haben wir über 250 Grüntees verkostet und aus 62 japanischen Kultivaren ausgewählt. Auf jeder Packung stehen deshalb Kultivar, Region und bei Schattentees die Zahl der Tage im Schatten.

4. Grüner Tee aus China im Detail

China ist das Ursprungsland des Tees und baut eine enorme Vielfalt an grünen Tees an. Die Blätter werden dort meist nicht gedämpft, sondern in der Pfanne oder in Trommeln erhitzt. Das ist keine Röstung, sondern eine Fixierung bei hoher Temperatur. Sie stoppt die Enzyme genauso, gibt dem Tee aber eine andere Duftnote: oft nussig, blumig oder leicht nach Kastanie.

4.1 Bekannte Sorten von grünem Tee aus China

  • Lung Ching (Longjing, „Drachenbrunnen“): flach gepresste Blätter, nussig und rund.
  • Mao Feng: feine, behaarte Knospen und junge Blätter, zart und blumig.
  • Pi Lo Chun: schneckenartig gerollt, fruchtig und duftig.
  • Chun Mee: gedrehte Blätter mit kräftigerem, leicht herbem Geschmack.
  • Jasmintee: grüner Tee, der mit frischen Jasminblüten beduftet wird. Ein Bio Grüner Tee Jasmin kann ohne Aromazusatz auskommen, das steht dann auf der Zutatenliste.

Zwischen China und Japan gibt es kein Besser oder Schlechter. Es sind zwei Wege zum Tee. Japan setzt bei Schattentees auf Beschattung, um die Aminosäuren im Blatt zu halten. China hat mit hellblättrigen Kultivaren eigene, weniger aminosäurereiche Spezialitäten. Ein guter grüner Tee aus China ist am Blatt genauso erkennbar wie ein japanischer, nämlich an jungen, unversehrten Blättern, an einem frischen Duft und an klaren Angaben zur Ernte.

Wir haben uns trotzdem für Japan entschieden. Ein Grund ist die Nachvollziehbarkeit: Bei japanischem Tee lassen sich Kultivar, Beschattung und Ernte vom Feld bis in die Packung belegen. Ein anderer Grund ist die einzigartige Inhaltsstoffzusammensetzung von japanischen grünen Tees. Wir lieben den einzigartigen Effekt im Alltag.

Grüner Bio Tee aus Japan mit allen Angaben

  • Erste Ernte, Kultivar und Region auf jeder Packung
  • Sencha Zairai aus Kagoshima, samengezogen
  • Bio-zertifiziert und direkt aus Japan importiert
  • In Göttingen persönlich geprüft und von Hand abgepackt, kein Dropshipping

5. Direkter Vergleich: Woran du hochwertigen grünen Tee erkennst

Pass auf: Die folgenden Kriterien funktionieren für jeden Tee, egal ob aus China oder Japan, egal ob im Laden oder online. Je mehr davon ein Händler beantwortet, desto weniger musst du raten.

5.1 Erste Ernte und junges Blatt

Die erste Ernte im Frühjahr liefert die zartesten Triebe, also die Knospe und die jüngsten Blätter, und genau diese Triebe tragen die meisten Aminosäuren und die feinsten Aromen des ganzen Jahres. In einer japanischen Untersuchung an Triebproben verschiedener Kultivare enthielt die erste Ernte rund 620 bis 3.070 mg L-Theanin pro 100 g, die Herbsternte nur rund 200 bis 1.500 mg (Ikeda et al. 1993). Die Spanne ist groß, weil Kultivar und Jahr mitspielen; das Muster bleibt aber in allen Kultivaren gleich.

Es ist wie mit Erdbeeren: Die ersten Früchte im Juni schmecken anders als die letzten im Herbst, obwohl sie vom selben Beet kommen.

Die Gyokuro-Kultivare unseres Partnerbetriebs liegen mit 1.740 bis 3.100 mg pro 100 g am oberen Rand dieser Studienspanne. Das zeigt: Studien messen häufig herkömmliche Qualitäten, Spitzentees aus erster Ernte liegen beim L-Theanin eher darüber.

L-Theanin in erster Ernte und Herbsternte im Vergleich zu Gyokuro-Kultivaren unseres Partnerbetriebs
L-Theanin in Triebproben der ersten Ernte und der Herbsternte nach Ikeda et al. 1993, daneben die Analysewerte der Gyokuro-Kultivare unseres Partnerbetriebs (eine Charge).

5.2 Herkunft, Verarbeitung und Blattbild

Von einem seriösen Händler werden mindestens Land und Region genannt. Bei japanischem Tee kommt die Verarbeitung dazu, zum Beispiel ein leichter oder mittlerer Dämpfgrad. Das trockene Teeblatt sollte dunkel, glänzend und fein sein. Braune, breite oder zerbrochene Blattstücke sprechen für ältere Blätter oder grobe Verarbeitung.

Die grüne Farbe ist dabei ein Frische-Hinweis, aber kein Maß für die Inhaltsstoffe. Das Grün stammt vom Chlorophyll. Ob viel L-Theanin im Blatt steckt, schmeckst du am Umami, also an der runden, brüheartigen Süße in einer leuchtend grünen Tasse.

5.3 Bio-Qualität richtig prüfen

Ob Bio Grüntee aus Japan oder China: Ein grüner Tee in Bio-Qualität wird nach der EU-Öko-Verordnung kontrolliert. Das EU-Bio-Logo allein reicht dir als Nachweis aber nicht. Daneben muss die Codenummer der Kontrollstelle stehen, in Deutschland im Format DE-ÖKO-000, und der Ort der Erzeugung. Bei Tee aus Japan lautet die Angabe „Nicht-EU-Landwirtschaft“.

Bio sagt etwas über Anbau und Kontrolle. Viele Bio Tees sind hervorragend, mehr L-Theanin bedeutet das Siegel aber nicht automatisch, denn das Theanin folgt der Stickstoffversorgung, nicht dem Logo. Ein Bio Gyokuro aus erster Ernte und ein Bio Bancha tragen dasselbe Logo, sind aber zwei sehr verschiedene Tees.

5.4 Junges Blatt heißt weniger Aluminium

Teepflanzen nehmen Aluminium aus dem Boden auf und lagern es mit dem Alter in den Blättern ein. Junge Teeblätter enthalten typischerweise 250 bis 660 µg pro Gramm, alte Blätter 4.300 bis 10.400 µg pro Gramm, also mindestens das Zehnfache (Yang et al. 2022). Eine frühe Ernte aus Knospe und jungen Blättern ist deshalb auch beim Aluminium im Vorteil.

5.5 Preis: ein Signal, kein Beweis

Aber hier ist der Haken: Teurer heißt nicht automatisch besser. In Japan wurden 61 Sencha-Rohtees aus dem Teehandel in Shizuoka zwischen 560 und 12.000 Yen pro Kilogramm untersucht. Der Befund: „Unter den 17 Aminosäuren hingen Arginin und Theanin am stärksten mit dem Preis zusammen“ (Mukai et al. 1992). Der Preis folgt also dem Inhalt, zumindest im Durchschnitt dieser Proben.

Eine ältere Studie mit 46 Tees aus japanischen Kaufhäusern und Fachgeschäften kam zu einem zweiten Punkt. Markentees lagen beim Inhalt eher unter dem, was ihr Preis erwarten ließ, Tees aus dem Fachhandel eher darüber. Die Forschenden schließen daraus, dass es „klüger ist, einen nicht markengebundenen Tee nach dem eigenen Geschmack zu kaufen als einen Markentee“ (Kuwano et al. 1984). Beide Studien betreffen den japanischen Markt ihrer Zeit; die Preise lassen sich nicht auf heute übertragen, das Prinzip schon. Das können wir nach Jahren des Testens von zahllosen Tees bestätigen.

Unsere Position: Kauf Angaben, keine Adjektive. Begriffe wie „Premium“, „edel“ oder „ceremonial“ können von jedem Händler auf eine Packung geschrieben werden. Erste Ernte, Kultivar, Herkunft, Beschattungsdauer, Name des Farmers und Bio-Code dagegen lassen sich prüfen. Deshalb nennen wir zu jedem Tee genau diese Angaben, und deshalb vergleichen wir unsere Kultivare mit Analysewerten statt mit Werbeversprechen.

Checkliste: sechs Angaben auf einer guten Grüntee-Packung
Die sechs Angaben, an denen du hochwertigen grünen Tee vor dem Kauf erkennst; Bio-Kennzeichnung nach der EU-Öko-Verordnung.

6. Unsere Empfehlung: grünen Tee kaufen, lagern und zubereiten

Für dich heißt das: Fang mit einem losen, unaromatisierten Tee aus erster Ernte an, dessen Herkunft und Kultivar du kennst. Probier am besten zwei Sorten nebeneinander, etwa einen Sencha und einen Schattentee. So lernst du deinen Geschmack schneller kennen als mit zehn Beuteln. Wie du so eine Verkostung zu Hause aufbaust, zeigen wir dir in unserem Ratgeber zum Tee Probierset für Grüntee.

6.1 Wie viel Koffein enthält grüner Tee?

Wie viel Koffein grüner Tee enthält, hängt stärker von Sorte und Zubereitung ab, als die meisten denken. Beschattete Tees wie Gyokuro gehören zu den koffeinreichsten Tees, weil Schatten und junges Blatt das Koffein im Blatt erhöhen. Bei europäischer Zubereitung mit wenig Blatt und viel Wasser kommt davon vergleichsweise wenig in die Tasse.

Bei traditionell japanischer Zubereitung sieht es anders aus. In unserer eigenen Messung mit 7 g Blatt auf 200 ml lagen Sencha bei 196 mg und Gyokuro bei 224 mg Koffein. Reagierst du empfindlich auf Koffein, trink deinen Tee eher am Vormittag. Bist du schwanger: Sprich mit deiner Ärztin oder Hebamme; im Zweifel verzichte in der Schwangerschaft auf koffeinhaltigen Tee.

6.2 Lagerung nach dem Kauf

Es gibt allerdings einen Twist: Das Erste, was ein grüner Tee verliert, ist nicht das Koffein, sondern das Aroma. Licht, Wärme, Sauerstoff und Feuchtigkeit greifen zuerst den Duft und danach die Farbe an, während Koffein und L-Theanin über viele Monate weitgehend stabil bleiben. Guter Tee wird deshalb in dichte, lichtundurchlässige Beutel verpackt. Wir nutzen Alu-Verbundtüten aus Japan mit Washi-Oberfläche, eingeschweißt und komplett dicht, aber nicht vakuumiert, damit die feinen Nadeln nicht brechen.

Zu Hause bewahrst du den geöffneten Tee am besten in der Alu-Verbundtüte auf und nicht in einer Dose, kühl, dunkel und fern von Gewürzen. Angebrochener Tee sollte auch nicht in den Kühlschrank gestellt werden, denn beim Öffnen bildet sich Kondenswasser. Nach dem Öffnen solltest du ihn innerhalb von etwa zwei bis vier Wochen aufbrauchen; das ist Erfahrungswert japanischer Händler, keine Laborgrenze. Ein offenes Gewürzglas mit gemahlenem Pfeffer verliert seinen Duft genauso schnell.

6.3 Zubereitung von grünem Tee: die drei wichtigsten Stellschrauben

Der beste Tee wird bitter, wenn du ihn mit kochendem Wasser aufgießt. Heißes Wasser löst die herben Gerbstoffe sehr schnell, das Umami geht unter. Beim grünen Tee helfen dir drei Stellschrauben:

  • Temperatur: Gyokuro rund 50 °C, bei Spitzenqualität 40 °C; Sencha rund 60 °C, bis 70 °C; Matcha rund 70 °C. Höchstens 80 °C als Obergrenze für einen späten Aufguss.
  • Blattmenge: 5–7 g, also zwei Teelöffel, auf etwa 160 ml Wasser. Traditionell japanisch sind es 7 bis 10 g auf 60 bis 100 ml.
  • Ziehzeit von grünem Tee: beim ersten Aufguss 1 bis 2 Minuten bei Sencha, 2 bis 3 Minuten bei Gyokuro; beim zweiten reicht etwa ein Drittel der Zeit. Höchstens drei Aufgüsse.

Auf Milch und Zitrone wird bei grünem Tee verzichtet, denn beides verändert den Tee. Alle Details zu Temperatur, Ziehzeit und Aufgüssen findest du in unserer Anleitung zum Zubereiten von grünem Tee.

Skala der Wassertemperaturen für grünen Tee je Sorte
Unsere Wassertemperaturen je Sorte; alle Details in unserer Anleitung zum Zubereiten von grünem Tee.

7. Fazit: Grünen Tee kaufen heißt Angaben lesen

Wer grünen Tee kaufen will, sollte weniger auf Werbeworte achten und mehr auf überprüfbare Angaben, die von einem guten Händler offen genannt werden. Erste Ernte, Kultivar, Herkunft, Verarbeitung, Bio-Code und ein Blick aufs Blatt sagen dir mehr als jedes „Premium“. Japan und China bieten beide hervorragende grüne Tees, und entscheidend ist am Ende vor allem, wie gut ein Händler belegt, was tatsächlich in der Packung steckt.

Der Preis darf dir als Signal dienen, nicht als Beweis. Und zu Hause entscheiden Lagerung und Zubereitung darüber, ob die Qualität auch in der Tasse ankommt.

Dann kommt der Moment, für den sich das lohnt. Du schneidest die neue Tüte auf, und dir steigt ein Duft nach frischem Gras und Meer entgegen. Im Löffel liegen dunkle, glänzende Nadeln. Nach dem ersten Aufguss öffnen sie sich in der Kanne zu weichen, frühlingsgrünen Blättern, und der erste Schluck ist süß statt bitter. So fühlt sich Teegenuss an, wenn die Qualität bis in die Tasse kommt.

8. Anhang: Checkliste für deinen nächsten Teekauf

  • Loser Blatttee statt Beutel, unaromatisiert?
  • Erste Ernte angegeben?
  • Kultivar genannt, bei Schattentee die Tage im Schatten?
  • Land und Region, bei Japan auch die Verarbeitung?
  • EU-Bio-Logo mit Kontrollstellen-Code und „Nicht-EU-Landwirtschaft“?
  • Dunkle, glänzende, feine Nadeln statt brauner Bruchstücke?
  • Dichte, lichtundurchlässige Verpackung und eine Packungsgröße, die du in einigen Wochen aufbrauchst?

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Häufige Fragen zum Kauf von grünem Tee

Den einen besten grünen Tee gibt es nicht, aber klare Qualitätsmerkmale: loser, unaromatisierter Blatttee aus der ersten Ernte mit Angaben zu Herkunft, Kultivar und Bio-Kontrollstelle. Das Blatt sollte dunkel, glänzend und fein sein. Welche Sorte dir am besten schmeckt, findest du am schnellsten im direkten Vergleich zweier Tees heraus.

Grüner Tee aus dem Supermarkt ist meist Beutelware mit wenigen Angaben zu Ernte und Herkunft. Du siehst das Blatt nicht und kannst die Qualität vor dem Kauf kaum beurteilen. Loser Tee mit Angaben zu Ernte, Kultivar und Herkunft ist deutlich besser überprüfbar.

Japanischer grüner Tee wird meist mit heißem Wasserdampf erhitzt und schmeckt frisch, grasig und nach Meer. Chinesischer grüner Tee wird meist in der Pfanne oder Trommel fixiert und schmeckt eher nussig oder blumig. Beide Wege stoppen die Oxidation, sie erzeugen nur unterschiedliche Aromen.

Das hängt von Sorte und Zubereitung ab. Beschattete Tees wie Gyokuro enthalten im Blatt besonders viel Koffein. In unserer Messung mit 7 g Blatt auf 200 ml lagen Sencha bei 196 mg und Gyokuro bei 224 mg. Bei europäischer Zubereitung mit wenig Blatt kommt deutlich weniger in die Tasse.

Für Gyokuro rund 50 °C, bei Spitzenqualität 40 °C, für Sencha rund 60 °C bis 70 °C und für Matcha rund 70 °C. Kochendes Wasser macht grünen Tee bitter. Höchstens 80 °C sind die Obergrenze für einen späten Aufguss.

Neben dem EU-Bio-Logo muss die Codenummer der Kontrollstelle stehen, in Deutschland im Format DE-ÖKO-000, und der Ort der Erzeugung. Bei Tee aus Japan lautet diese Angabe Nicht-EU-Landwirtschaft. Fehlen Code und Herkunft, ist das Logo nicht vollständig.

Ungeöffnet kühl und dunkel. Nach dem Öffnen in einer dichten Dose bei Raumtemperatur, fern von Licht, Wärme und Gewürzen, und innerhalb von etwa zwei bis vier Wochen aufbrauchen. Angebrochenen Tee nicht in den Kühlschrank stellen, weil sich Kondenswasser bildet.

Erste Ernte, aminosäurereiche Kultivare und Beschattung kosten Ertrag und Handarbeit. Japanische Studien fanden, dass der Preis von Sencha mit dem Gehalt an Aminosäuren wie Theanin und Arginin zusammenhängt. Ein hoher Preis allein beweist aber nichts, prüfbare Angaben schon.

  • Über den Autor

    Simon Dieckmann ist Experte für grünen Tee und Gründer von Performience. Nach einer schweren Erkrankung durch Dysbiose studierte er über zehn Jahre lang tausende wissenschaftliche Studien zu grünem Tee, Darmgesundheit und natürlicher Leistungssteigerung. Mit seinem M.Sc. in Forstwissenschaften und Waldökologie (Universität Göttingen) verfügt er über ein tiefes Verständnis für die Einflussfaktoren auf Qualität und Inhaltsstoffe von grünem Tee. Seine fünfjährige Expertise u. a. in einem der besten Teegeschäfte Deutschlands macht ihn zum Spezialisten für Auswahl, Bewertung und traditionelle Zubereitung von hochwertigem grünem Tee aus Japan.
    Simon Dieckmann
    Grünteeexperte und CEO Performience

Disclaimer: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information rund um grünen Tee und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die genannten Zusammenhänge beruhen auf wissenschaftlichen Studien, stellen aber keine Heilversprechen dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Koffein-Empfindlichkeit sprich bitte mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

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